Der Socken

Gerade hatten wir unseren Gustav eine Woche bei uns, da passierte schon die erste große Aufregung. Es war ein schöner sonniger Tag, wir kamen nach Hause und ab ging es erst einmal in die Badewanne. Daran ist ja auch nix Ungewöhnliches. Trotz der vielen Toberei spielte unser kleiner Gustav ganz munter in der Wohnung weiter. Na ja, nun hat jedes Bad auch mal ein Ende und alle freuten sich auf einen ruhigen Abend. Aber Pustkuchen, daraus sollte nichts werden. Als ich aus der Badewanne kam, vermisste ich meine vorher zurecht gelegten Strümpfe, das heißt einen davon. Wusste ich doch genau wo ich sie hingelegt hatte... Zuerst wurden die Kinder gefragt. Ergebnislos. Plötzlich bekam ich so eine komische Ahnung, wo der Socken sein könnte. Als ich dies auch noch aussprach, sah mich die Familie ziemlich verständnislos an. Irgendwie dachten sie wohl ich hätte zu lange in der Sonne gestanden oder so. Ich muss keinem sagen, dass mir nicht geglaubt wurde. Trotzdem suchten sie aus welchen Gründen auch immer mit mir den Socken. Überall. Er war weg. Da wurde es dem Rest der Familie doch unheimlich und eine gewisse Angst machte sich breit. Ich überlegte mir, was ich am Morgen machen würde. Nachts beobachtete ich Gustav ganz genau um sofort handeln zu können. Denn 100 prozentig wusste ich es ja auch nicht, hat er nun oder hat er nicht. Aber wo sollte das Teil sonst sein, wir hatten ja nichts gefunden. Gegen Morgen tat sich endlich was. Gustav fing an zu würgen, ich schon auf dem Sprung und plötzlich schwappte etwas auf die Bettdecke. Der Socken hatte wieder das Tageslicht erblickt. Ich war so heilfroh, tröstete den Kleinen und wir konnten beide noch ein wenig, aber sicher schlafen. Zumal wir ja ganz schön geschafft waren. Gustav, weil er sich mit einem Socken im Bauch rumärgern musste und ich, weil ich ihn die Nacht über beobachtete. Socken hat er seit dem nicht mehr gefressen.

Die Autofahrt

Unser ältestes Rudelmitglied- sprich die Oma musste ins Krankenhaus. Da kam dann etwas mehr auf uns zu, immer hinfahren und sie besuchen. Das machten wir auch an diesem besagten Tag. Nur wussten wir noch nicht, was auf uns zukam. Die Besuchszeit war zu Ende und wir wollten wieder los, um danach noch einzukaufen. Das wollten wir... Na mit Gustav noch schnell eine große Runde um die Bäume gedreht und ab. Wir landeten im Stau, ist ja schon mancherorts Alltag. Plötzlich wurde Gustav unruhig hinten im Auto. Nun war das aber eine der Hauptstraßen und vierspurig. Keine Chance da rauszukommen, denn wir waren, wie sollte es auch anders sein, in der Mitte. Der Hund wurde lauter und lauter, zu spät. Hinten saß ein krummer Gustav und mein Kind und ich rissen die Fenster und das Schiebedach auf. Ein unerträglicher Geruch machte sich im Wagen breit. Nun habe ich eine Ledergarnitur im Auto. Gustav stand in der Pampe, denn es war, was seltenst bei ihm vorkommt, gerade an dem Tag sehr dünne. Während Gustav da nun krumm rumwerkelte, bekam ich einen Lachanfall und dachte, ob es noch besser kommen könnte. Es konnte..., denn im Stau stehen die Autos ja nun auch mal längere Zeit, sonst wäre es ja kein Stau. Nun konnten uns die Nachbarn sozusagen, ja voll und in Ruhe ins Wageninnere sehen. Da die Garnitur schwarz gelb aussieht, sah man dann auch ganz Klasse die weiche Kunst, die sich der Schwerkraft folgend nach unten bewegte, wie Lavaströme. Einfach nur peinlich. Also lächelte ich die netten Herren und Damen in den anderen Autos eben weiter an. Passiert ist passiert, ich konnte es eh nicht ändern. Was die alle, die es sahen dachten, war mir schon klar. Ich hätte schließlich auch gezweifelt, wenn mir jemand entgegenkommt, grinsend, während der Hund hinten krumm da sitzt. Hätte ich wohl auch nicht so ganz verstanden. Mein Sohn wurde immer kleiner, rief aber über Handy seine Schwester zu Hause an, die uns einen Eimer und Putzzeug runterbringen sollte, wenn wir ankämen. Wir den Wassereimer eingeladen, denn vor der Haustür wollten wir das nicht machen und ab auf eine Wiese. Dort wurde das Auto dann gesäubert. Zu Hause dann unser Gustav, denn der war ja auch beschmiert. Somit ging ein toller Tag zu Ende, denn mit dem Saubermachen hatten wir echt zu tun. Und der Einkauf, ja den mussten wir dann auf den nächsten Tag verschieben.

Das Frühlingsfest

Wieder nahte das Frühlingsfest. Wir trafen uns mit unseren Hunden. Auch war der Tag schön, alles war guter Laune. Auf dem Weg zum See wälzten sich einige Cocker in Tümpelpfützen und sahen dementsprechend aus. Irgendwie musste ich darüber lachen, denn sonst war Gusti immer einer der ersten, der aussah wie ein Ferkelchen. Die Strafe, weil ich mich darüber amüsierte folgte auf dem Fuß. Die Meute spielte vergnügt am See und irgendwann ging es zurück. Wir waren relativ am Ende der Gruppe, unser Gustav natürlich mit den anderen Hunden aber voraus. Von weitem sah ich die Menschengruppe, die sich auch vorne befand, irgendwie wild zu uns nach hinten schauen, irgendwas war da vorne los. Langsam aufgeholt und angekommen, amüsierte ich mich dann königlich über einen von ca. 21 Cocker’ n. Dieser suhlte sich gerade ganz behaglich und wild in einem sehr übel riechenden Orange- Rot- Braunen Haufen. Und dieser Haufen war inzwischen platt ... . Weil dieser Cocker genauso aussah, wie die Masse die da lag, konnte ich erst nicht erkennen um welchen Cocker es sich handelte, der sich da gerade im Mist wälzte. Klar, noch lachte ich weiter. Bis ich plötzlich ein kleines schimmerndes Stück entdeckte, was dem Halsband unseres Gustav sehr ähnelte. Es war Gustav. Ich merkte nur, wie meinem Gesicht sämtliche Züge entgleisten. Sollte ich lachen, heulen oder ein bestimmtes hässliches Wort ganz laut sagen.... na zurück  mit diesem Hund und das Gröbste abwaschen, was echt prickelnd war. Am Treffpunkt wieder angekommen, wurde Gusti erst mal mit Seife abgeduscht und gewaschen, denn es wurde noch gegrillt. Und das wollte sich niemand durch so ein „duftes“ Parfüm ruinieren lassen. Von 21 Hunden fiel er als einziger über diesen Haufen her. Unser Gustav ist eben für jeden Spaß zu haben. Leider dachte in dem Moment keiner an' s fotografieren- schade eigentlich.

         Die Glasscherbe – Glück im Unglück 

Unser Gustav war ein ganz toller Cockerspaniel. Nur mit einer Eigenschaft brachte er uns fast zu Wahnsinn. Er hatte eine Vorliebe zu Glas entwickelt. Schon als Welpe sammelte er Glas und fast jeder Spaziergang wurde für uns eine Art Angstpartie. Im Winter war es besonders anstrengend, auf Grund der dunklen Jahreszeit sowieso.  Auch war es ein Wunder, das er sich dabei nie ernsthaft verletzte. Wenn er riesige Löcher buddelte, waren wir immer heilfroh, wenn es ein großer Stein war. Das kam allerdings selten vor, meistens war es Glas. Wir kamen nie dahinter warum er so wild auf Glas war. Eines Tages hörten wir zwar kurz was in seinem Maul klimpern, schenkten dem aber nur wenig Beachtung. Das Geräusch war kurz, er hatte nichts im Maul…Am nächsten Tag fing Gustav an zu würgen. Nichts kam, wir machten uns nicht gleich Sorgen. Dann spielte sich ein Rhythmus von ca. drei Stunden ein. Er würgte nur und es kam nur Schaum. Sonst ging es ihm gut. Er hat normal gefressen und gesoffen. Also warteten wir die Nacht ab, die fast ruhig verlief. Der Doktor vermutete einen Fremdkörper und schlug vor, unseren Gustav zu röntgen. Dann wurde ich reingebeten und mir wurde schon Angst und Bange, mit Recht.  Mein erster Gedanke war…Glas. Mir schoss auch das Geklimper ein, was wir hörten. Wir wurden beruhigt, es wäre kein  Glas, denn Glas würde man nicht sehen auf dem Bild. Ruhig war ich trotzdem nicht. Mich ließ der Gedanke Glas trotz allem nicht los. Gustav wurde stationär aufgenommen und es gab riesen Kullertränen. Die Nacht war der Horror. Keiner wußte was es war, aber in dem Hund steckte was, was da nicht reingehörte. Am übernächsten Tag durften wir ihn abholen. Futter und saufen verweigerte er in der klinik gänzlich, weshalb er auch am Tropf hing. Wir bekamen den Auftrag, seine Hümpel zu kontollieren. Auch sollten wir versuchen, Sauerkraut zu füttern. Natürlich gründlich gewaschen. Zum Glück gelang uns das auch, ja er forderte es auch regelrecht. Am Sonnabend hatten wir wieder einen Kontrolltermin . Sollte bis Montag kein Ergebnis vorliegen,  sollte eine OP gemacht werden. Bevor wir Sonnabend zu diesem Termin fahren wollten, erbrach Gusti irgendetwas. Etwas braunes lag auf dem Teppich. Dies sah genauso aus wie auf dem Röntgenbild. Unser Entsetzen war riesig….es war eine braune Glasscherbe. Stolz fuhren wir in die Klinik und alles sah sich die Scherbe an und staunte. Durch das Sauerkraut hatte sie sich gelöst. Gustav blieb unversehrt und hatte tierisches Glück. Alles war froh über den glücklichen Ausgang. Glas sieht man auf dem Röntgenbild doch, aber nur wenn es sich um Buntglas handelt. Dies erklärte uns und dem Personal ein anderer Doc. Das war die teuerste Glasscherbe der Welt und hat bei uns einen Ehrenplatz sozusagen.  

 

Das ist das Schmuckstück, wenn auch etwas undeutlich, aber doch zu erkennen oder..? Es ist dunkelbraunes Buntglas, vermutlich von einer Flasche.

Länge:3,0 cm / breites Ende : 2,5 cm /schmales Ende: 1,0 cm / dicke 0,5 cm

 
 
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