Der Cocker

Der Cocker, auch bekannt als Cocker-Spaniel oder Englisch Cocker Spaniel (Englische Cocker Spaniel) ist eine von der FCI (Fédération Cynologique Internationale) anerkannte Hunderasse. Bei der FCI sind alle Hunderassen in bestimmte Gruppen und Sektionen eingeteilt. Der britische Cocker findet sich in der FCI-Gruppe 8 (Apportierhunde, Stöberhunde und Wasserhunde) wieder und wurde dort in Sektion 2 (Stöberhunde) eingeteilt. Der Cocker gehört damit zu den Jagdhunden.

Herkunft des Cocker Spaniel

Der Cocker-Spaniel stammte dabei ursprünglich aus Großbritannien. Wobei es über den Ursprung des Englisch Cocker verschiedene Theorien gibt. So soll das Wort Spaniel darauf hindeuten, dass sein eigentlicher Ursprung in Spanien lag. Zu Zeiten des Römischen Reiches sollen Soldaten Roms Hunde aus Spanien mit auf die Inseln gebracht haben. Aus der Bezeichnung Canis Hispaniolus (Spanischer Hund) soll dann später das Wort Spaniel geworden sein. Erstmals erwähnt wird der englische Spaniel dann beim englischen Dichter Geoffrey Chaucer (1342-1400). In seinem Werk The Wife of Bathes Prologe erwähnt er den Spaniel und auch bei William Shakespeare (1564-1616) findet der Cocker Erwähnung, und zwar in dessen Werk Sommernachtstraum.

Aussehen Cocker-Spaniel

Lange Seidenohren und Samtaugen – das fällt wohl sofort auf, wenn man einen Cocker Spaniel betrachtet.

Auffällig ist das am Körper anliegende, seidig schimmernde Fell des Cocker-Spaniels. Das Fell ist weich und dicht. Es liegt am Körper an. Die Felllänge ist je nach Körperpartie etwas unterschiedlich. Während es am Kopf eigentlich kurz ist, ist es an den Ohren, der Brust, dem Bauch, den Beinen und auch am Schwanz lang. Meist wird der Cocker auch getrimmt. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen, das geschieht vor allem aus optischen Gründen. Der Cocker kennt nämlich durchaus einen Fellwechsel und kann im Frühjahr und Herbst entsprechend stark Haare. Trotz Haareschneiden sollte man also auch Zeit zum Bürsten und Kämmen einplanen.

English Cocker Spaniel

Cocker-Spaniel gibt es in verschiedenen Fellfarben. Diese reichen von einfarbig rot, braun, schwarz, Blauschimmel, Orangeschimmel und Braunschimmel über mehrfarbig in den Varianten schwarz-weiß, orange-weiß und braun-weiß. Es gibt den Cocker auch als tri-color (mit drei verschiedenen Farben im Fell).

Vom Körper her kann man den Cocker als kompakt und etwas größer beschreiben. Er ist aber kein allzu großer Hund. Rüden erreichen eine Widerristhöhe von 39 bis 41 Zentimetern, Hündinnen von 38 bis 39 Zentimetern, im Schnitt bringt ein Cocker zwischen 12,5 und 14,5 Kilogramm Gewicht auf die Waage.

Beim Cocker ist der Rücken gerade, nach hinten leicht abfallend. Von vorne fällt auf, dass der Brustkorb tief und gut ausgebildet ist und noch mehr natürlich die langen, tief angesetzten Hängeohren. Schaut man dem Cocker in die Augen, so sind diese groß. Die Augenfarbe ist entweder haselnussfarben oder man kann sie als dunkel beschreiben.

Früher wurde die Rute des Cocker-Spaniel kupiert. Dies wird heute aber nur noch bei ausgewiesenen Jagdhunden gemacht (wenn überhaupt).

Eigenschaften und Charakter des Cocker-Spaniel

Der Cocker Spaniel ist ein temperamentvoller, fröhlicher, anhänglicher und sensibler, aber zuweilen etwas eigensinniger Haushund. Man kann ihn durchaus als intelligent bezeichnen. Der Cocker kann sich zwar recht gut anpassen, man sollte aber unbedingt bedenken, dass dieser Arbeitshund eben nicht nur regelmäßige, sondern auch ausgiebige Beschäftigung benötigt, um fit zu bleiben. Vor allem da der englische Cocker Spaniel auch zu Übergewicht neigt. Gut geeignet als Sport sind sämtliche Arten von Apportierübungen und Hol-Bring-Spiele. Aber als Wasserhund schwimmt der Cocker natürlich auch gerne. Und natürlich macht man ihm mit langen, am besten abwechslungsreichen, Spaziergängen eine Freude.

Für was sich der Cocker Spaniel eignet

Ursprünglich wurde der Cocker Spaniel zur Jagd gezüchtet. Bevor er Karriere als Familienhund machte, ging es mit ihm auf die Waldschnepfenjagd. Heute findet er nicht nur Verwendung als Jagdhund, sondern auch als Spürhund, Apportierhund und auch als Familienhund. Es ist kein wirklich ruhiger Hund, denn zu seinen Aufgaben gehörte es eben früher Geflügel und Niederwild aufzuspüren. Das erfolgreiche aufspüren wurde dann aber nicht leise kundgetan, sondern eben durch Bellen. Und so hat der Cockerspaniel eben auch eine gewisse (rassespezifische) Freude am Bellen. Der Cocker ist also nicht unbedingt für schlecht schallisolierte Wohnungen geeignet.

American Cocker Spaniel

Es gibt nicht nur den Englisch Cocker Spaniel sondern auch noch den American Cocker Spaniel. Dieser ist u.a. etwas kleiner und leichter als der britische Vertreter. Und während Cocker aus Großbritannien beim FCI als mit Arbeitsprüfung geführt wird, ist es beim Amerikanischen Cocker Spaniel eine Listung ohne Arbeitsprüfung. Ansonsten gehören beide zu den Stöberhunden und als solche zur Gruppe 8 (Apportierhunde, Störberhunde, Wasserhunde). Der American Cocker Spaniel ist auch aus dem English Cocker Spaniel herausgezüchtet worden. Einen eigenen Standard bekam er 1940, elf Jahre später erfolge seine Anerkennung als Rasse durch die FCI.

Amerikanischer Cocker Spaniel

Unterschiede American Cocker zu Englisch Cocker Spaniel

Die augenscheinlichsten Veränderungen sind das üppigere Haarkleid und der rundere Schädel. Aufgrund des üppigen Haarkleides ist der American Cocker Spaniel kaum mehr als Jagdhund brauchbar. Trotzdem besitzt er noch seinen Jagdtrieb, weshalb er viel Bewegung braucht. Heute sind diese Hunde reine Showhunde und werden meistens als Begleit- und Familienhunde gehalten.